Herbert Schuch – Piano

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Fr, 27. Mrz. 2020 - 20:00 Uhr,
Jesus-Christus-Kirche, Berlin Dahlem
Klavierabend

Franz Schubert –  Leoš Janáček
Schubert: Moments musicaux op. 94 (D 780): Nr. 1 (Moderato) & 2 (Andantino)
Janáček: Auf verwachsenem Pfade: Nr. 1 (Unsere Abende) & 2 (Ein verwehtes Blatt)
Schubert: Nr. 3 (Allegretto moderato)
Janáček: Nr. 3 (Kommt mit!) & 4 (Die Friedeker Muttergottes)
Schubert: Nr. 4 (Moderato)
Janáček: Nr. 5 (Sie schwatzten wie die Schwalben)
Schubert: Nr. 5 (Allegro vivace) & nr.6 Allegretto
Janáček: Nr. 6 (Es stockt das Wort)

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Beethoven: Sonate op. 106 („Hammerklaviersonate“)

A FEW QUESTIONS

1. Was ist deine Vorstellung von vollkommenem Glück ? Gerade liegt meine ein Monat alte Tochter neben mir und schläft. Das kommt dem vollkommenen Glück schon sehr nahe.

2. Wenn du mit der Zeit reisen könntest, wohin oder wann würdest du gehen ? Gerne ins Wien der 1780 Jahre und dann dort die nächsten 50 Jahre erleben…

3. Was ist deine Definition von Liebe ? Den anderen sehen, wie er ist. Ihn nicht ändern wollen. Immer neugierig bleiben auf die andere Person. Keine Angst haben vor Intensität.

4. Was waren für dich die größten Herausforderungen ? Zu wissen, wohin man möchte mit dem Leben und der Kunst. Es gibt so viele Abzweigungen, und jeder Weg ist anders. Anerkennen, dass man einen eigenen Weg finden muss.

5. Nenne bitte einen Dichter, Autor, Maler und Komponisten, den du besonders magst? Heine, Sebald, Rembrandt, Bach.

6. Wenn du stirbst und als Person oder Ding zurückkommen würdest, was wäre das ? Vielleicht als Raupe? Dann hätte man noch die Option auf einen Schmetterling und die Welt dann gleich von zwei neuen Perspektiven gesehen…

7. Welchen Komponisten oder Künstler der Vergangenheit möchtest du zum Abendessen einladen ? Beethoven.

8.  Was ist dein wertvollster Besitz ?  Ich glaube, meine Noten mit den ganzen Eintragungen von mir sind für mich sehr wichtig- sie tragen meine ganze Vergangenheit mit sich.

9. Welches Stück hat dein Leben verändert ? Brahms erste Sinfonie, als ich sie mit 13 Jahren zum ersten Mal hörte.

10. Was ist deiner Meinung nach die niedrigste Tiefe des Elends ? Ehrlich gesagt, darüber habe ich nie nachgedacht. Ich hoffe das Elend kommt nicht, und wenn es kommt muss man eben durch…

11. Wer sind deine Helden im wirklichen Leben ? Meine Frau. Meine Schwiegeroma, die seit 60 Jahren ihre Kinder, Enkel und Urenkel versorgt, bekocht, Kleider näht. Alleinerziehende Mütter. Zwillingsmütter.
Mein Klavierhero: immer noch Alfred Brendel.

12. Was ist dein Motto ? Augen auf und durch.

BIOGRAFIE

Der Pianist Herbert Schuch hat sich mit seinen dramaturgisch durchdachten Konzertprogrammen und CD-Aufnahmen als einer der interessantesten Musiker seiner Generation einen Namen gemacht: sowohl seine Aufnahme des Klavierkonzerts von Viktor Ullmann und Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester als auch seine Solo-CD „invocation“ (2014) mit Werken von Bach, Liszt, Messiaen, Murail und Ravel, die sich mit Glockenklängen auseinandersetzt, wurden von der Kritik hoch gelobt und mit Preisen ausgezeichnet. Aktuell erschienen ist eine Solo-CD, in der sich Beethovens späte Bagatellen mit Ligetis Musica ricercata abwechseln, sowie eine Aufnahme der Cellosonate von Richard Strauss mit dem Cellisten Daniel Müller-Schott.

In der Saison 2019/20 und im Beethovenjahr 2020 wird Herbert Schuch Beethovens Musik in vielen Konzerten präsentieren, so u.a. mit dem WDR Sinfonieorchester, den Münchner Symphonikern, dem Württembergischen Kammerorchester, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Orchestra I Pommeriggi Musicali Milano und dem Kobe City Chamber Orchestra, sowie im Brüsseler Flagey, in der Kölner und der Essener Philharmonie, beim Rheingau Musik Festival, beim Kissinger Sommer u.v.a..

Herbert Schuch arbeitet mit Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra, dem Orchester des Mariinsky Theaters unter Valery Gergiev, dem Residentie Orkest Den Haag, dem Orchestra della RAI Torino, dem Orchestra della Svizzera Italiana, den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern, der Dresdner Philharmonie, den Rundfunkorchestern des hr, MDR, WDR, NDR Hannover, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, der Deutschen Radio Philharmonie, dem Danish Radio, dem Orchestre National de Belgique sowie mit der Camerata Salzburg und den Festival Strings Lucerne. Er spielt auf wichtigen internationalen Podien und Festspielen wie dem Kennedy Center, der Elbphilharmonie, dem Konzerthaus Berlin, der Kölner Philharmonie, den Salzburger Festspiele, dem Festival Radio France Occitanie Montpellier, dem Klavierfestival Ruhr, dem Rheingau Musik Festival, dem Kissinger Sommer, dem Heidelberger Frühling und dem Schumannfest Düsseldorf. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet ihn mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Andrey Boreyko, Douglas Boyd, Lawrence Foster, Eivind Gullberg Jensen, Jakub Hrusa, Jun Märkl, Kent Nagano, Yannick Nézet-Séguin, Jonathan Nott, Markus Poschner, Michael Sanderling und Alexander Vedernikov.

Herbert Schuch wurde 1979 in Temeschburg (Rumänien) geboren. Nach erstem Klavierunterricht in seiner Heimatstadt übersiedelte die Familie 1988 nach Deutschland, wo er seither lebt. Seine musikalischen Studien setzte er bei Kurt Hantsch und dann bei Prof. Karl-Heinz Kämmerling am Salzburger Mozarteum fort. In jüngster Zeit erfährt Herbert Schuch in besonderer Weise Prägung in der Begegnung und Arbeit mit Alfred Brendel. Internationales Aufsehen erregte er, als er innerhalb eines Jahres drei bedeutende Wettbewerbe in Folge gewann, den Casagrande-Wettbewerb, die London International Piano Competition und den Internationalen Beethovenwettbewerb Wien.

Seine Leidenschaft für Kammermusik teilt Herbert Schuch, der als Kind 10 Jahre lang selber Geige spielte, auf der Bühne mit Musikern wie Nicolas Altstaedt, Julia Fischer, Maximilian Hornung, Sebastian Manz oder Daniel Müller-Schott. Mit der Pianistin Gülru Ensari widmet er sich auch dem Klavierspiel zu vier Händen und an zwei Flügeln. Bei dem Label AvI veröffentlichte das Duo bereits zwei CDs mit einem stilistisch weit gespannten Repertoire von Mozart bis Bernd Alois Zimmermann. Herbert Schuch engagiert sich neben seiner Konzerttätigkeit in der von Lars Vogt gegründeten Organisation „Rhapsody in School“, welche sich für die Vermittlung von Klassik in Schulen einsetzt und gibt regelmäßig Meisterklassen.